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In dieser Übersicht finden Sie alle Gemeinden / Ortschaften die zur Pfarrei Hl. Laurentius in Herxheim gehören.

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Feldkreuz am Lachenwald in neuem Glanz

Das Feldkreuz am Lachenwald wurde 1950 von den Geschwistern Berta, Elisabeth (Elis) und Amalie (Malche) Wingerter gestiftet. Der Anlass war die tief empfundene Dankbarkeit für den Schutz vor Zerstörung und Kriegsleid im 2. Weltkrieg.
Hayna erfuhr in den Kriegsjahren keine Zerstörung oder Luftangriffe, sodass die Einwohnerinnen und Einwohner von persönlicher Obdachlosigkeit und dem Verlust von Hab und Gut verschont geblieben sind. Das Feldkreuz am Lachenwald komplettierte die Zahl der Wegekreuze an Straßen und Feldwegen, die nach Hayna hinein führen fast vollständig, sodass bis auf den heutigen Tag nur noch die Landstraße nach Herxheim ohne ein solches Kreuz ist.
Das Älteste in der Reihe der Feldkreuze (1788) befindet sich am sogenannten Mittelweg in östlicher Richtung nach Hatzenbühl und ist damit der nächste Nachbar zum neuesten Wegekreuz am Lachenweg. In nächster Nähe befindet sich der Neubau der Marienkapelle in Hayna, ebenfalls im Lachenwald.
Stilistisch zeigt das Feldkreuz am Lachenweg seine zeitliche Herkunft aus der Mitte des 20. Jahrhunderts. Christus am Kreuz ist mit einer langärmligen Tunika bis auf die Knöchel bekleidet und blickt ruhig und souverän auf die Gläubigen vor dem Kreuz. Entgegen dem großen Schmerz und dem unsäglichen Leid der erst kurz zurück liegenden Kriegsjahre, der andauernden Unsicherheit in einem menschenverachtenden Regime, den persönlichen Schicksalsschlägen durch den gewaltsamen Tod von Angehörigen an den Fronten, wie auch der erzwungenen materiellen Ausbeutung durch Parteifunktionäre im Dienst einer vermeintlich höheren Sache, ist das Gesicht des Gekreuzigten völlig ohne Zeichen von Schmerzen oder Leid. Die Christusfigur ist aus braunem Sandstein gehauen, Kreuz und Sockel bestehen aus einem grauen Naturstein. Die Erscheinung des Kreuzes ist sehr massiv.
Dies bildete damit einen Kontrapunkt zu den vergangenen Unsicherheiten menschlichen Lebens als unverrückbares Zeichen, fest und aufrecht und über dem alltäglichen Geschehen. Die Votivtafel am Fuß des Kreuzes nennt den Anlass seiner Stiftung

„Christ-König zum Dank für erwiesenen Schutz in den Kriegsjahren 1939-1945. Geschw. Wingerter“.

Der Sockel trägt die Inschrift „NUN WISSEN WIR/ CHRISTUS IST ERSTANDEN/ WAHRHAFT VOM TOD/ DU SIEGER, DU KÖNIG/ SIEH‘ UNSERE NOT/ AMEN. ALLELUJA“.

Auf der Rückseite des Sockels findet sich das Jahr der Stiftung „1950“.
Die Anlage rings um das Kreuz ist klar geordnet und ganz im Sinne der Zeit schnörkellos. Der Pflanzenbewuchs ist in den vergangenen 70 Jahren stark gewachsen, sodass das Kreuz relativ dunkel, wie in einer Grotte steht. Aus dem Dunkel der ganzen Anlage strahlen besonders die goldene Krone, der Gürtel und die Nägel des Gekreuzigten hervor.
Tilo Winstel hat mit seinem Sohn im Mai 2020 mit großer Mühe und Sorgfalt das Kreuz selbst und die bepflanzte Anlage gereinigt und aufgeräumt. Ihnen sei an dieser Stelle großen Dank und ein herzliches Vergelt’s Gott gesagt!
Somit leuchtet dieses Zeichen der Dankbarkeit der Haynaerinnen und Haynaer 70 Jahre nach seiner Errichtung und 75 Jahre nach Ende des grauenhaften Krieges wieder im Glanz seiner Stiftung und mahnt künftige Generationen daran, erfahrenen Schutz nicht zu vergessen.
(Foto und Text von Florian Metz, 2020)

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